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Clips und Bilder rund um Roman&Deniz, Axel und weitere Charaktere aus „Alles was zählt“

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Recasts – Jennifer Steinkamp

Verfasst von Gabi am 14. Dezember 2008

Die zweite und gravierendere Neubesetzung war Jenny Steinkamp. Jenny spielte von Beginn an eine tragende Rolle, als Tochter der Steinkamps, Dianas Gegenspielerin und zweite „Bitch“ der Serie.

Christiane Klimt, die aus persönlichen Gründen den Vertrag nicht verlängerte, wurde von Silvia Maleen abgelöst.

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Christianes Jenny wurde gleichermaßen gehaßt und vergöttert von den Fans. Sie gab der Rolle eine unverwechselbare Prägung. Es war daher nicht weiter erstaunlich, daß Silvia es anfangs sehr schwer hatte.

Dabei finde ich diese Neubesetzung wesentlich gelungener als bei Nadja.

Zum einen läßt sich die Veränderung recht gut durch den Reifeprozeß erklären. Silvias Jenny wirkt erwachsener. Vor allem aber ist sie in jeder Hinsicht „echter“ als Christiane.

Christianes Interpretation grenzte immer ein wenig an Karikatur, hatte etwas theaterhaftes – was in Ordnung ist, denn das trifft auch auf Richard und Simone Steinkamp zu. Sie war Zicke, Diva, verwöhntes, raffiniertes und doch naives Gör. Christiane hat mit dieser Darstellung absolut Starpotential. Ihre Szenen mit Axel, Roman oder auch Simone sind Legende.

Silvia wirkt schon äußerlich deutlich glaubhafter, wenn man an den Aspekt der Leistungssportlerin denkt. Zwar ist sie auch sehr schlank, aber nicht zerbrechlich wie Christiane, sie wirkt durchtrainiert und gesund.

Ihre Intrigen sind von anderem Kaliber als die der „alten“ Jenny, bei der man immer ein wenig den Eindruck hatte, das Kind bekommt nicht, was es will, und ist jetzt ganz, ganz, böse. Trotz der teilweise ernsten Auswirkungen wirkte sie nie bedrohlich. Vor der „neuen“ Jenny dagegen kann man sehr wohl Angst bekommen. Sie weiß, was sie tut und was das für Folgen hat.

Jenny steht jetzt charakterlich an einem Scheideweg. Wenn sie endlich den emotionalen Rückhalt findet, den sie so dringend braucht, kann sie sich noch zu einer großartigen jungen Frau entwickeln. Ansonsten wird sie dereinst ihre Mutter, Großmutter und den bösen Onkel Constantin an eiskalter Berechnung und Durchtriebenheit in den Schatten stellen.

Ich finde die Rolle interessanter als zuvor; die Eiskönigin ist vom Sockel gestiegen und auf der Erde angekommen. Wo vorher eine Entwicklung im Grunde fehlte, ist jetzt wieder alles offen, und das ist nach meiner Meinung zum großen Teil Silvias Verdienst.

Daß es je eine andere Jenny gab, vergesse ich inzwischen meistens.

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Recasts – Nadja Roschinski

Verfasst von Gabi am 14. Dezember 2008

AWZ hat bereits bei zwei Hauptcharakteren eine Neubesetzung vorgenommen, beide Male gezwungenermaßen. Die „Neuen“ haben es im allgemeinen schwer in der Gunst des Publikums, schließlich hat man sich an eine Rolle und ihren Darsteller/in gewöhnt.

Zuerst traf es Nadja Roschinski: Regine Seidler wurde durch Birgit Würz ersetzt.
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Diese Neubesetzung halte ich für sehr problematisch. Birgits „Nadja“ ist nicht mehr dieselbe Person, die von Regine verkörpert wurde; sehr wahrscheinlich hätte die Handlung einen vollkommen anderen Verlauf genommen – ich erinnere mich an ein Interview mit Regine, in dem sie sagte, Nadja würde mit Marian endlich eine richtige Familie gründen. Birgit dagegen hat mit Sam Eisenstein ganz offensichtlich überhaupt nicht harmoniert. Die Beziehung zu Richard war schon glaubhafter, aber das war von der Handlung her eine Sackgasse – Richard und Simone dauerhaft zu trennen kam nicht in Frage.

So blieb für Birgit schließlich nur der Ausstieg – ihre Rolle war auserzählt.

Man kann das der Darstellerin nicht vorwerfen. Sie hat ihre Rolle, so, wie sie angelegt war, gut gespielt. Für mich – und auch für viele andere Fans, wie ich höre – konnte sie die Lücke, die Regine hinterlassen hat, nicht ausfüllen, und insgeheim hoffe ich auf Regines Rückkehr.

Eine Story wie das Nadja/Marian/Nina-Dreieck oder die gesamte Handlung um den Verlust des Babys wäre für mich mit Regine unvorstellbar gewesen. Vielleicht haben die Autoren ein Einsehen und reparieren diese ruinierten Beziehungen, vorausgesetzt, Regine möchte überhaupt zurückkommen. Ich würde mich sehr freuen!

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Was macht eigentlich… ein Storyliner?

Verfasst von Gabi am 2. Oktober 2008

Seifenblasen vom Fließband

Der Storyliner weiß, wie es in der nächsten Folge weitergeht.
Von Christine Demmer

 
 

Dietmar Hammer hat schon viel erlebt. In Berlin studierte er Stadtplanung, in New York Theaterwissenschaften, er arbeitete als Schauspieler und Regisseur, veranstaltete Events und Konzerte, kurz: ein kreativer Freischaffender wie aus dem Drehbuch. Als er 42 Jahre alt wurde, hielt er Ausschau nach einem festen Job mit Krankenversicherung und geregeltem Einkommen. Der Zufall brachte ihn mit dem Produzenten der RTL-Weekly „Hinter Gittern – der Frauenknast“ zusammen. Der suchte just einen Sekretär, man verstand sich, tolle Perspektiven taten sich auf, und wie es dann weiterging mit Dietmar Hammer, erfahren Sie nächste Woche.

 


Dietmar Hammer
Märchenerzähler unserer Tage: Dietmar Hammer.
Foto: oh
 

So geht Soap. Tägliche oder wöchentliche TV-Serien leben von menschlichen Schicksalen, von tiefen Gefühlen und niedrigen Beweggründen, ihre Kosten sind kalkulierbar und sie bringen Einschaltquoten, vor denen jeder Dokumentarfilmer andächtig auf die Knie sinkt. „Hinter Gittern“, die Gefängnisserie mit den raubeinigen Mädels gehört zu den reichweitenstärksten fiktionalen Programmen im deutschen Abendfernsehen. „Wir liegen durchschnittlich bei vier Millionen Zuschauern“, sagt Hammer. Was gefällt so vielen Menschen daran? Hammer, der mittlerweile als Storyliner den Handlungsablauf bestimmt („plottet“), sagt: „Wir machen das gut.“

Gut gemachte Telenovelas und Seifenopern bringen den Sendern reichlich Werbegelder. Deshalb ist rund um die Soaps längst eine Industrie entstanden. Manche Produktionsfirmen haben sich auf Herz-Schmerz-Schmonzetten spezialisiert, andere auf Intrige, Lust und Leidenschaft. Grundy UFA macht alles, was der Zuschauer begehrt und die Sender haben wollen.

 


 
 
 

 
 

Eine erfolgreiche Soap besteht aus mehreren – meist drei – spannungsreich miteinander verwobenen Handlungssträngen, deren Protagonisten sich geplant oder zufällig an einem belebten Ort treffen und dem Zuschauer so das befriedigende Gefühl geben, er wisse mehr als der einzelne Darsteller – der war in der letzten Szene ja nicht dabei. „Jeweils zwei Storyliner entwerfen den Bogen der Handlungsstränge des Wochenplots“, sagt Hammer, „die einzelnen Plots werden dann miteinander verkreuzt.“ Die Cross-over-Szenen können in einem Lokal spielen, beim Arzt oder am Arbeitsplatz. Wenn der Zopf einer Folge fertig geflochten ist, werden die Werbepausen bestimmt: Die Szene davor muss eine offene Frage („cliff“) enthalten, damit der Zuschauer nicht abschaltet.

Aristoteles schreibt mit

Die Produktion einer TV-Serie erinnert nicht nur inhaltlich an perfekt organisierte Fließbandfertigung. Was sich die Storyliner ausdenken, wird von einem Storyeditor und einem Chefautor geprüft und dann an freiberufliche Autoren weitergereicht. Die schreiben zwei Fassungen, aus denen der Scripteditor eine drehfertige Version macht. Viele ehemalige Storyliner sind heute Dialogbuchautoren. Für eine Serie sind sechs bis sieben Autoren und im Schnitt ein gutes Dutzend Storyliner tätig, denn das Team arbeitet parallel an mehreren Folgen. Etwa drei Monate nach Beginn der Arbeit an einer Folge geht diese auf Sendung. Anders als die Zuschauer wissen die kreativen Serientäter natürlich schon lange vorher, wie die Geschichte weitergeht.

Storyliner sind die Märchenerzähler unserer Tage. Mancher denkt sich: „Klasse. Das könnte ich auch.“ Aber so einfach, wie es scheint, ist die Arbeit nicht. „Nach Aristoteles’ Poetik muss jede Geschichte ein Ende haben, aber eine TV-Serie ist ja gerade open-end angelegt, das macht es schwierig“, sagt Hammer. Die Kunst besteht also darin, jeder Folge einen spannenden und logischen Abschluss zu verpassen und gleichzeitig den Zuschauer zu locken, morgen oder nächste Woche wieder einzuschalten.

 



» Gefühle sind das Wichtigste. «

Gute Geschichtenerzähler hören auf die Marktforschung und wissen, was das Volk will. „Die Charaktere sollen nicht verändert werden“, verrät Hammer, „die Figuren dürfen nichts dazulernen.“ Das Publikum will seine Helden so behalten, wie es sie kennen gelernt hat: gütig oder hartherzig, unkompliziert oder eiskalt. „Überhaupt sind Gefühle das Wichtigste in einer Serie“, sagt der 49-Jährige. „Wir wollen eine Welt erschaffen, in der die Zuschauer ihre Probleme wiederfinden und so ein Ventil für Emotionen öffnen.“ So kann man TV-Serien natürlich auch sehen: als Hygieneartikel für die Seele.

Die Produktionsfirmen bekommen haufenweise Bewerbungen von Menschen, die sich für begnadete Soap-Autoren halten. „Professionelle Schreiber sind am besten geeignet“, sagt Dietmar Hammer, der früher selbst als Serienautor gearbeitet hat. „Die ideale Kombination ist Journalistenschule und Lebenserfahrung.“ Unlängst hat Grundy UFA eine eigene Schule für Storyliner gegründet, mit theoretischem Unterricht und Praktika in der Produktion. „So lernen wir on the job kennen, wer später für uns arbeiten will“, sagt der Storyliner.

Die Auszubildenden sind meist junge Leute, doch in den Produktionen arbeiten Menschen zwischen 18 und 60 Jahren. Jeder Schreiber sollte in der Lebenswelt der Hauptfiguren zu Hause sein. „Ein Mittzwanziger kann sich eher in die Teeniewelt hineinversetzen als in die Welt der Mittdreißiger. Und wer einer 45-Jährigen Worte in den Mund legen will, die das Publikum für authentisch hält, muss über Lebenserfahrung verfügen – egal wo er die her hat.“ Ob zum Team von „Hinter Gittern“ auch jemand gehört, der mal gesessen hat, erfahren Sie nächste Woche.

Quelle:  http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/special/51/68982/18/

(SZ vom 27.5.2006)

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